«Fortuna disperata»

Josquin des Prez (ca. 1450/1455–1521)

 

«Fui serrato nel dolore» (Barzeletta)

Text: Serafino von Aquila (1466–1500)
Musik: Bartolomeo Tromboncino (ca. 1470–1535)

 

Aus «Ite, sospiri» 25.07.21

Barfüsserkirche, Historisches Museum Basel

VLOG

 

Elizabeth Rumsey – Viola d’arco
Marc Lewon – Laute
Masako Art – Harfe
Jacob Lawrence – Gesang

 

Leitung: Elizabeth Rumsey

Konzertaufnahme: Leonardo Bortolotto
Moderation: Grace Newcombe und Marc Lewon

Bild: Porträt eines Mannes, der entweder als Herzog Francesco Maria della Rovere oder als der Sänger Serafino degli Aquilani identifiziert wird. Raffaello Sanzio (1483–1520), Galleria Borghese, Rom

Liedtext

Fui serrato nel dolore
con la morte a canto a canto.
ha ha ha! Men rido tanto
ch’io son uiuo e son di fuore!


Viddi casa altiera e illustra
che di fuor rende splendore,
ma ogni arbor no dimustra
per la scorza el suo ualore;
perché drento con dolore
pe sospira in ogni canto.
Ha ha ha! Men rido tanto …

 

Da mia sorte fui conducto
in questa aspra e ria pregione

fra color che han perso al tucto

l’intellecto e la ragione;

doue è gran confusïone,

chiusa sta sotto un bel manto.

Ha ha ha! Men rido tanto …

 

Trouai scripto ne l’intrata

tal parol a lettre d’oro:

«Qui di stento è gran derrata,

crudeltate è mio thesoro,

dono morte per ristoro,

per seruitio, eterno pianto.»

Ha ha ha! Men rido tanto …

 

«O tu ch’entri in questa stanza,

che hai la via smarrita e torta,

lassa fore ogni speranza!

Qui uirtú conuien sia morta.

prima ch’entri in questa porta,

ti dispoglia tutto quanto».

Ha ha ha! Men rido tanto …

 

Ne l’ntrar sij bene accorto,

ché mai piú ritorni al passo.

Gusterai d’un uiuer morto,

d’un calar sempre piú basso,

né mai piú ritroui el passo,

forse non per uia de incanto.

Ha ha ha! Men rido tanto…

Ich war gefangen im Schmerz,

Seite an Seite mit dem Tod.

Ha ha ha! Da kann ich nur lachen,

denn ich lebe und bin draussen!

 

Ich sah ein stolzes und vornehmes Haus,

das nach aussen prächtig strahlte,

aber nicht nur über die Rinde

zeigt ein Baum seinen Wert;

denn innen wird in jedem Winkel

schmerzlich geseufzt.

Ha ha ha! Da kann ich nur lachen ...

 

Von meinem Schicksal wurde ich

in dieses raue und üble Gefängnis geführt,

mitten unter jene, die Intelligenz und

Vernunft komplett verloren haben,

dorthin wo grosse Verwirrung unter

einer schönen Hülle versteckt ist.

Ha ha ha! Da kann ich nur lachen …

 

Am Eingang standen in Gold

geschrieben folgende Worte:

«Hier gibt es reichlich Leid,

Grausamkeit ist mein Schatz,

ich schenke Tod als Trost

und verleihe ewige Tränen.»

Ha ha ha, da kann ich nur lachen ...

 

«Oh du, der du hier eintrittst,

der du dem krummen Irrweg folgst,

lass alle Hoffnung draussen!

Hier soll jede Mannestugend sterben.

Bevor du durch die Pforte gehst,

wirst du ihrer völlig entkleidet.»

Ha ha ha! da kann ich nur lachen ...

 

Du sollst wissen, dass du, einmal hier

eingetreten, niemals zurückgehen wirst.

Du wirst ein totes Leben kosten,

immer tiefer fallend

findest du den Rückweg nicht,

ausser vielleicht durch Zauber.

Ha ha ha! Da kann ich nur lachen ...

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