Why I'll be there...

by DAVID FALLOWS

 

Die monatliche Kolumne für ReRenaissance

Surely it was a great idea to open the series ‘ReRenaissance’ in Basel with a concert of music from one of the smallest songbooks in the University Library. Small because it is a personal collection of just twenty-eight songs; and small because all that we have today is the bassus partbook. But much of the rest can be assembled from prints and manuscripts of the time. At the back of the book there is an inscription: "Ambrosius Ketenacker dedit Bonifacio Amorbachio Basiliensi hos libbellulos quatuor Anno MDX" ("Ambrosius Kettenacker gave Bonifacius Amerbach of Basel these four little books in 1510"). Ambrosius matriculated into the University of Basel in 1508; he was later a parish priest for the reformed church in Riehen.

Kettenackers Widmung an Amerbach

It is also small because of its dimensions, 16 x 11 cm. Later in the sixteenth century there were even smaller music books: the most famous ones are the prints of Christian Egenolff in Frankfurt, some of them only 11 x 8 cm; and in the Basel University Library there are several sets of manuscript partbooks the same size. But those were extremes. What Ambrosius copied was perhaps convenient for his music-making activities as a student in Basel. Small, in fact very small, but not too small to be read conveniently, with its broad staves – only three to a page – and comfortably large note-heads.

What is hard to answer is how he performed the music. Did he use viols, only within the last twenty years introduced in Spain and Italy? Or was it recorders, more easily made and evidently popular for over a century. Or did he use some of the  more  exotic  instruments portrayed in the same years in Sebastian Virdung’s book Musica getutscht printed in Basel in 1511: crumhorns, shawms, cornettos or rebecs? Or did he just sing, even though very few of the pieces in his bass partbook have texts. Sadly, his book offers no useful hints as to the expected scoring.

Sebastian Virdung: Musica getutscht, Basel 1511  "Groß Geigen"

"Trumscheit und clein Geigen"

Ambrosius Kettenacker: „Frölich Wesen“, F X 10 UB Basel

A. Kettenacker: „Wer das elend büwen weil" , F X 10 UB Basel

Ich bin dabei...

von David Fallows

 

 

Es ist eine großartige Idee, die neue Basler Konzertreihe „ReRenaissance“ mit Musik aus einem der kleinsten Liederbücher der Universitätsbibliothek zu eröffnen. Klein, weil es eine private Sammlung mit nur 28 Liedern ist – klein aber auch, weil von  vier  Bänden  nur  das Bassstimmbuch bis heute erhalten ist. Ein Großteil der fehlenden Stimmen lässt sich jedoch aus anderen zeitgenössischen Handschriften und Drucken erschliessen. Auf der letzten Seite des Büchleins findet sich die Inschrift: „Ambrosius Ketenacker dedit Bonifacio  Amorbachio Basiliensi hos libbellulos quatuor Anno MDX“ („Ambrosius Kettenacker übergab Bonifacius Amerbach von Basel diese vier Büchlein im Jahre 1510“). Ambrosius schrieb sich 1508 an der Basler Universität ein und wurde später Priester der reformierten Kirche in Riehen.

Sein Liederbuch ist aber auch aufgrund seines Formats klein: es misst nur 11x16 cm2. Etwas später im 16. Jahrhundert gab es sogar noch kleinere Musikbücher: die berühmtesten sind wohl die Drucke von Christian Egenolff in Frankfurt, von denen einige nur 11x8 cm2 messen und in der Basler Universitätsbibliothek gibt es einige handschriftliche Stimmbuchsätze ähnlicher Grösse. Aber das sind Extremfälle. Was und wie Ambrosius notierte war vermutlich für die musikalischen Aktivitäten eines Studenten in Basel bestimmt und angepasst. Das Liederbuch ist klein, sehr klein sogar, aber nicht zu klein, um noch bequem lesbar zu sein, mit entsprechend breiten Liniensystemen – nur drei davon pro Seite – und angenehm großen Notenköpfen.

Schwerer zu beantworten ist die Frage, wie er die Musik aufführte. Verwendete er Gamben (zu Kettenackers Zeit auch "Groß Geigen" genannt), die erst 20 Jahre zuvor in Spanien und Italien eingeführt wurden? Oder kamen Blockflöten zum Einsatz, die einfacher herzustellen waren und offenbar über ein Jahrhundert lang populär waren? Oder setzte er einige der exotischeren Instrumente ein, die zur gleichen Zeit in Sebastian Virdungs Musica getutscht abgebildet sind – gedruckt 1511 in Basel: Krummhorn, Schalmei, Zink oder Rebec? Oder sang er einfach nur, selbst wenn im Bass-Stimmbuch nur wenige Liedtexte enthalten sind. Leider gibt uns das Büchlein keine Hinweise auf die beabsichtigten Besetzungen.

Übersetzung Marc Lewon