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ReRenaissance

Jeden letzten Sonntag im Monat eine Stunde Musik

 1. Aufführung 17:15 | 2. Aufführung 19:15  

 

Eintritt frei, Kollekte

Barfüsserkirche

Historisches Museum Basel

Mit der Gründung des Vereins ReRenaissance in Basel setzt die Musikszene der Stadt einen deutlichen, weiteren Akzent auf die Wiederbelebung der Frühen Musik. So stehen in den kommenden Monaten einige unbekannte Werke auf dem Programm, die jeweils am letzten Sonntag des Monates in der Basler Barfüsserkirche zur Aufführung gelangen. Sie alle entstammen der Musikwelt der Renaissance.

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts spielt Basel in der Wiederentdeckung der Barockmusik international eine Vorreiterrolle. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit entwickelt sich in Basel eine weltweit führende Szene für Musik der Renaissance. Mit unseren Konzerten geben wir dieser Szene eine Plattform und setzen damit einen wichtigen Baustein im Fundament zur «Musikstadt Basel». Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts wird allmonatlich wiedererfahrbar und erlebt eine Art ReRenaissance.

Getragen wird das Projekt von Musiker*innen, die wegen ihrer Renaissanceexpertise renommiert sind und sich dank der Ausstrahlung der Schola Cantorum der Stadt Basel verbunden fühlen. Mehr als 30 professionelle Musiker*innen präsentieren in eigens zusammengestellten Ensembles unter wechselnder musikalischer Leitung neue Programme Früher Musik. Unter den Händendieser Experten erwachen Instrumente zu neuem Leben, die von Abbildungen dieser Zeit oft schon vertraut erscheinen, darunter Gamben, frühe Violinen, Rebec, Fidel, Laute, Schlagwerk, Travers- und Blockflöten, Zink, Schalmei, Posaune, frühe Tasteninstrumente – und natürlich Gesang.

 

Veranstaltungsreihe des Vereins ReRenaissance

Konzeption, musikalische Leitung und Durchführung:

Tabea Schwartz, Elizabeth Rumsey und Marc Lewon.

Entwicklung und Administration: Elisabeth Stähelin

29. November 2020

Nowell, nowell


Adventliche Carols des 15. und 16. Jahrhunderts

 

«Christmas Caroling» ist auch heute die englische Bezeichnung für das Singen in der Weihnachtszeit. Das war in der frühen Neuzeit nicht anders. Doch während man heute unter «Caroling» jenes feierliche Singen vornehmlich als eine weihnächtliche Begleitung versteht, wurden diese Liedblüten im England des 15. und 16. Jahr­hunderts das ganze Jahr hindurch zu allen möglichen festlichen Anlässen aufgeführt: an religiösen Festtagen, politischen Events, kirchlichen Prozessionen und zu anderen Feierlichkeiten. Die englischen «Carols» waren meist nicht den ausgebildeten Musikern vorbehalten, was sich insbesondere in der Form des Mitsingens der «Burdens» (Refrains) zeigte. So laden wir das Publikum, sei es nur zuhörend oder auch mitsummend, ein, eine Aufführungspraxis mitzufeiern, die die Menschen bereits vor 600 Jahren zusammengeführt hat.

Grace Newcombe – Gesang, Clavisimbalum; Leitung

Amy Farnell – Gesang, Glocken
Marc Lewon – Plektrumlaute, Cetra, Viola d'arco, Gesang,
Rui Stähelin – Plektrumlaute, Gesang,

Elizabeth Rumsey – Organisation

 

27. Dezember 2020 

Cantate – Officium natalis christi


Musik um Orlando di Lasso... zum Zuhören und Zuschauen

 

Ein Gesangsextett zelebriert weihnachtliche Musik des 16. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht das »Officium Natalis Christi» des Münchner Hofkapellmeisters Orlando di Lasso. Das Programm wird mit adventlichen Motetten seiner Zeitgenossen Palestrina, Vittoria u.a. ergänzt. Lassos Officium Natalis Christi war ursprünglich in einem einzigen grossen Chorbuch notiert, aus dem dann alle Sänger gemeinsam lasen. Am 27. Dezember soll es die einmalige Gelegenheit geben, die Musik wieder in dieser Aufführungsart zu erleben. Da es derzeit nicht möglich ist, singend dicht um ein Chorbuch herum zu stehen, wird dieses auf eine grosse Leinwand projiziert, sodass es mit genügend Abstand lesbar bleibt. Das Publikum kommt in den Genuss, alle Stimmen aus dem  Chorbuch nicht nur zu hören, sondern auch in der schönen historischen Notation zu sehen!

Doron Schleifer – Cantus, Altus, Sextus | Charlotte Nachtsheim – Cantus | Matthieu Romanens – Tenor, Quintus | Rui Stähelin – Tenor, Quintus, Bassus | Carlos Federico Sepúlveda – Bassus | Elizabeth Rumsey – Organisation | Ivo Haun – Altus, Tenor; Leitung

Mitteilung: Der geplante Workshop mit Mitwirkung am Konzert vom 27. Dezember muss leider – so sieht es momentan aus, auf nächstes Jahr verschoben werden, Momentan sieht es nicht so aus, als ob sich das noch ändern wird bis dahin. Vielleicht öffnet sich noch ein Fenster, wer weiss.

 

31. Januar 2021

Psalmy Dawida


Melodien für den polnischen Psalter von Mikołaj Gomółka (1580)

Neben der etwas früheren polyphonen Fassung des Genfer Psalters von Claude Goudimel ist Gomółkas Werk eine in der Renaissance einzigartige Komplettvertonung der Psalmen Davids. Gomółka schuf mit seinem Werk einen nationalen polnischen Kunststil. Auch wenn er sich dabei bekannter Tanzrhythmen und melodischer Formeln bediente, legte er grössten Wert auf die Verbindung zwischen Text und Musik und erreichte durch die Verwendung der farbigen und konsonantenreichen polnischen Sprache eine neue Qualität. Die auf den ersten Blick oft schlicht erscheinenden, bisweilen jedoch erstaunlich kunstvollen strophischen Lieder waren im Polen des ausgehenden 16. Jahrhunderts weit verbreitet und wurden von Katholiken wie Protestanten gleichermassen geschätzt.

 

Elizabeth Rumsey – Viola da Gamba, Lirone
Caroline Ritchie – Viola da Gamba
Leonardo Bortolotto – Viola da Gamba

Marc Lewon – Viola da Gamba, Laute; Co-Leitung

Agnieszka Budzińska-Bennett – Gesang, Harfe; Leitung
 

 

28. Februar 2021

Paper, Ink, and Pen


Die fünf Stimmbücher des Kalligraphen Robert Dow: ein musikalisches Selbstportrait (1581/88)

William Byrd, Thomas Tallis, Robert White und John Bull: dies sind die Lieblingskomponisten des Herrn Dow und mit ihnen werden wir eine musikalische Stunde verbringen. Man stelle sich vor: Der berühmte Kalligraph Dow hat zur abendlichen Gesellschaft geladen. Wir schauen den geladenen Gambist*innen und der Sängerin über die Schulter, wie sie zusammen musizieren und aus einer Mischung geistlicher Motetten und weltlicher Madrigale eine musikalische Landschaft erschaffen, die sie mit Instrumentalstücken und Consortliedern genüsslich durchwirken. Die fünf kleinen Stimmbücher mit wunderschön gesetzter Musik auf fünf roten Notenlinien sind nicht nur Spiegelbild des musikalischen Geschmacks der Zeit, sondern entpuppen sich als persönliches Tagebuch des Robert Dow: Ein Vergnügen für Aug’ und Ohr.

Monika Mauch – Sopran
Randall Cook, Brigitte Gasser, Caroline Ritchie und Tabea Schwartz – Viola da Gamba
Elizabeth Rumsey – Viola da Gamba; Leitung


 

Siehe auch Kolumne von Prof. Dr. Dr. h.c. David Fallows

 

Vergangene Konzerte – Programmhefte PDF