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ReRenaissance

Jeden letzten Sonntag im Monat
eine Stunde Musik

 

17:15 & 19:15  

 

Eintritt frei, Kollekte

Mit der Gründung des Vereins ReRenaissance in Basel setzt die Musikszene der Stadt einen deutlichen, weiteren Akzent auf die Wiederbelebung der Frühen Musik. So stehen in den kommenden Monaten einige unbekannte Werke auf dem Programm, die jeweils am letzten Sonntag des Monates in der Basler Barfüsserkirche zur Aufführung gelangen. Sie alle entstammen der Musikwelt der Renaissance.

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts spielt Basel in der Wiederentdeckung der Barockmusik international eine Vorreiterrolle. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit entwickelt sich in Basel eine weltweit führende Szene für Musik der Renaissance. Mit unseren Konzerten geben wir dieser Szene eine Plattform und setzen damit einen wichtigen Baustein im Fundament zur «Musikstadt Basel». Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts wird allmonatlich wiedererfahrbar und erlebt eine Art ReRenaissance.

Getragen wird das Projekt von Musiker*innen, die wegen ihrer Renaissanceexpertise renommiert sind und sich dank der Ausstrahlung der Schola Cantorum der Stadt Basel verbunden fühlen. Mehr als 30 professionelle Musiker*innen präsentieren in eigens zusammengestellten Ensembles unter wechselnder musikalischer Leitung neue Programme Früher Musik. Unter den Händendieser Experten erwachen Instrumente zu neuem Leben, die von Abbildungen dieser Zeit oft schon vertraut erscheinen, darunter Gamben, frühe Violinen, Rebec, Fidel, Laute, Schlagwerk, Travers- und Blockflöten, Zink, Schalmei, Posaune, frühe Tasteninstrumente – und natürlich Gesang.

 

Veranstaltungsreihe des Vereins ReRenaissance

Konzeption, musikalische Leitung und Durchführung:

Tabea Schwartz, Elizabeth Rumsey und Marc Lewon.

Entwicklung und Administration: Elisabeth Stähelin

 

Bereits im Dezember trafen sich Leo Bortolotto, Caroline Ritchiem, Marc Lewon,  Agnieszka Budzinska-Bennett und Elizabeth Rumsey zu ersten Proben für das Programm Psalmy Dawida. Leider aufgeschoben,, aber aber nicht aufgehoben! wird das Programm 2022 in der Reihe zu hören sein.

 

Das Konzert vom 31. Januar 2021 17:15 Psalmy Dawida – Melodien für den polnischen Psalter von M.Gomółka (1580) muss leider coronabedingt ausfallen. 

Als Ersatz werden wir auf diesen Zeitpunkt hin eine Videopremiere mit der Aufnahme des Konzertes mit Musik aus dem Liederbuch des Riehener Reformator Ambrosius Kettenacker anbieten. Die Musik ist mit dem Bassstimmbuch in der Amerbachsammlung der Bibliothek der Universität Basel überliefert.

Wir freuen uns sehr, Ihnen diesen Leckerbissen aus der baselstädtischen Musiktradition mit dem Audio von SRF2 Kultur und den Filmaufnahmen von plots-art.com präsentieren zu können. Nähere Infos demnächst hier.

Das Februar-Konzert findet definitiv mit Livestream und hoffentlich wieder Livs-Publikum statt:

28. Februar 2021

Paper, Ink, and Pen


Die fünf Stimmbücher des Kalligraphen Robert Dow: ein musikalisches Selbstportrait (1581/88)

William Byrd, Thomas Tallis, Robert White und John Bull: dies sind die Lieblingskomponisten des Herrn Dow und mit ihnen werden wir eine musikalische Stunde verbringen. Man stelle sich vor: Der berühmte Kalligraph Dow hat zur abendlichen Gesellschaft geladen. Wir schauen den geladenen Gambist*innen und der Sängerin über die Schulter, wie sie zusammen musizieren und aus einer Mischung geistlicher Motetten und weltlicher Madrigale eine musikalische Landschaft erschaffen, die sie mit Instrumentalstücken und Consortliedern genüsslich durchwirken. Die fünf kleinen Stimmbücher mit wunderschön gesetzter Musik auf fünf roten Notenlinien sind nicht nur Spiegelbild des musikalischen Geschmacks der Zeit, sondern entpuppen sich als persönliches Tagebuch des Robert Dow: Ein Vergnügen für Aug’ und Ohr.

Monika Mauch – Sopran
Randall Cook, Brigitte Gasser, Caroline Ritchie und Tabea Schwartz – Viola da Gamba
Elizabeth Rumsey – Viola da Gamba; Leitung

25. April 2021

Pren de bon cuer


Chansons für Traversflötenconsort aus den Drucken von Pierre Attaignant (1533)

Im Gepäck des Schweizer Theologen, Pädagogen und Lexikographen Johannes Fries gelangt 1536 eine kleine Kostbarkeit aus Paris nach Basel: eine Grifftabelle für die Traversflöte, persönlich von ihm notiert. Vielleicht hatte er das Instrument in Paris erlernt, vielleicht beherrschte er es schon vor seiner Reise zurück in die Schweizer Heimat. Auf jeden Fall aber muss er die Drucke des Parisers Pierre Attaignant gekannt haben, denn als Liebhaber und Kenner kann ihm nicht entgangen sein, dass Attaignant seine Chansonsammlung von 1533 explizit für Block- und Querflöten vorgesehen hatte. Der delikate und ausdrucksstarke Klang des Traversoconsorts und die melancholischen Chansons seiner Zeitgenossen scheinen auf Fries einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ihn noch weit über seine Frankreichreise hinaus begleitet zu haben..

 

Mara Winter – Traversflöte

Tommaso Simonetta – Traversflöte

Francesca Grilletto – Traversflöte

Rui Stähelin – Laute

Marc Lewon – Verantwortung

Johanna Bartz – Traversflöte; Co-Leitung

28. März 2021

Odhecaton


 «Einhundert Lieder», die die Welt veränderten.

Sommer 1501: Während Basel gerade als elfter Kanton der Eidgenossenschaft beitritt, hat in Venedig bereits ein neues musikalisches Zeitalter begonnen. Unter dem Titel «Harmonice Musices Odhecaton», übersetzt «Einhundert Lieder harmonischer Musik», veröffentlicht Ottaviano Petrucci eine Sammlung mehrstimmiger Vokal- und Instrumentalmusik. Damit beginnt eine heimliche Revolution, denn Petrucci verwendet für sein Erstlingswerk eine neue Art des Notendrucks mit beweglichen Lettern. Fortan bestimmen neben Manuskripten also auch die leichter vervielfältigbaren Drucke die Überlieferungsgeschichte der Musik. Grund genug, eine Auswahl jener knapp einhundert «Lieder» von so bekannten Komponisten wie Josquin, Ockeghem und Obrecht zu präsentieren – Musik, die dank ihrer Zugänglichkeit zu den Hits ihrer Epoche zählt.

Doron Schleifer – Gesang

Ryosuke Sakamoto – Laute und Groß Geige

Elizabeth Rumsey – Groß Geige

Tabea Schwartz – Blockflöte, Groß Geige; Leitung

30. Mai 2021

Misura, Memoria, Aiere, Mayniera

Guglielmo Ebreo (*1420): Das Erbe italienischer Tanzmeister

Vor 600 Jahren kam Guglielmo Ebreo in Pesaro zur Welt. Neben seinem Meister Domenico da Piacenza gilt er heute als einer der wichtigsten Tanzmeister des 15. Jahrhunderts. In dieser Tanzkultur wird die sichtbare Bewegung des Körpers als Seelenspiegel verstanden. Zur Ausübung dieser Kunst braucht es «Misura», die Konkordanz von Musik und Bewegung, «Memoria», die aufmerksame Beachtung und Verinnerlichung der Abfolgen, «Aiere», die Präsenz und Geschicklichkeit in der Ausführung, und «Mayniera», das kunstvolle Ausschmücken der Schritte. Drei Musiker*innen und drei Tänzer*innen gestalten ein Programm, das in Tanz und Musik die innere Anmut einer ganzen Epoche reflektiert. 

 

Martin Meier und Christian Tanner – Tanz

Félix Verry – Fidel

Silke Gwendolyn Schulze – Blasinstrumente, Perkussion

Marc Lewon – Instrumente; Co-Leitung

Véronique Daniels – Tanz; Leitung

Vergangene Konzerte – Programmhefte PDF

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