• ReRen FB
  • ReRen IG

ReRenaissance

Jeden letzten Sonntag im Monat eine Stunde Musik

 1. Aufführung 17:15 | 2. Aufführung 19:15  

 

Eintritt frei, Kollekte

Barfüsserkirche

Historisches Museum Basel

Mit der Gründung des Vereins ReRenaissance in Basel setzt die Musikszene der Stadt einen deutlichen, weiteren Akzent auf die Wiederbelebung der Frühen Musik. So stehen in den kommenden Monaten einige unbekannte Werke auf dem Programm, die jeweils am letzten Sonntag des Monates in der Basler Barfüsserkirche zur Aufführung gelangen. Sie alle entstammen der Musikwelt der Renaissance.

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts spielt Basel in der Wiederentdeckung der Barockmusik international eine Vorreiterrolle. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit entwickelt sich in Basel eine weltweit führende Szene für Musik der Renaissance. Mit unseren Konzerten geben wir dieser Szene eine Plattform und setzen damit einen wichtigen Baustein im Fundament zur «Musikstadt Basel». Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts wird allmonatlich wiedererfahrbar und erlebt eine Art ReRenaissance.

Getragen wird das Projekt von Musiker*innen, die wegen ihrer Renaissanceexpertise renommiert sind und sich dank der Ausstrahlung der Schola Cantorum der Stadt Basel verbunden fühlen. Mehr als 30 professionelle Musiker*innen präsentieren in eigens zusammengestellten Ensembles unter wechselnder musikalischer Leitung neue Programme Früher Musik. Unter den Händendieser Experten erwachen Instrumente zu neuem Leben, die von Abbildungen dieser Zeit oft schon vertraut erscheinen, darunter Gamben, frühe Violinen, Rebec, Fidel, Laute, Schlagwerk, Travers- und Blockflöten, Zink, Schalmei, Posaune, frühe Tasteninstrumente – und natürlich Gesang.

 

Veranstaltungsreihe des Vereins ReRenaissance

Konzeption, musikalische Leitung und Durchführung:

Tabea Schwartz, Elizabeth Rumsey und Marc Lewon.

Entwicklung und Administration: Elisabeth Stähelin

27. September 2020
Der mit den Wölfen heult


Hommage an den letzten Spruchsänger Michel Beheim (*1420)

 

Geboren vor 600 Jahren war Michel Beheim der letzte seiner Art, ein Sänger in der Tradition der Spruchdichter, die sich an den Höfen des Spätmittelalters verdingten und gegen bare Münze ihren Dienstherren Ehre verliehen. Beheims Worte: «wer bei den Wölfen wohnt, muss mit ihnen heulen» – ein Sprichwort, das wir als «wes Brot ich ess’, des Lied ich sing’» kennen. Über 400 Lieder sind auf seine 11 Meistersingermelodien erhalten, zu jedem Thema: sei es eine Warnung vor schlechten Sängern, eine Schimpftirade gegen Instrumente oder ein Gotteslob. Zwischen Beheims Liedern und Geschichten erklingt Instrumentalmusik, die zu seinem Leidwesen an den Höfen seiner Zeit immer beliebter wurde; dazu wurde gerne ein Duo aus grosser und kleiner Laute verwendet, weil sich damit die ganze Bandbreite mehrstimmiger Musik spielen liess.

 

Ivo Haun – Gesang
Crawford Young – Plektrumlaute

Marc Lewon – Plektrumlaute, Gesang

 

25. Oktober 2020
Il Capriccioso


Norditalienische Instrumentalmusik a commodo de virtuosi

 

In der Sammlung «Capricci in musica» von 1564 veröffentlicht Vincenzo Ruffo textlose Stücke mit virtuosem und spritzigem Charakter. Der kapriziöse Kompositionsstil zeigt sich vor allem in Ruffos Bearbeitungen bekannter Madrigale seiner Zeit für ein instrumentales Trio. Die ursprünglich gesungene Bassstimme wird zitiert, und bildet ein Gerüst, um das sich die anderen Stimmen im modernen „Stil der Virtuosen“ bewegen. Ausserdem greift Ruffo auf Motive der Tanzmusik und auf Bassmodelle zurück, die er durch die Stimmen wandern lässt, sodass seine Musik zwar eingänglich klingt, aber doch immer wieder überrascht. Ein dreistimmiges Blockflötenconsort im Dialog mit Tasten- und Perkussionsinstrumenten porträtiert Ruffo und die instrumentale Musik in seinem Umfeld.

Mira Gloor und Rachel Heymans – Blockflöten
Catalina Vicens – Perkussion, Tasteninstrumente

Tabea Schwartz – Blockflöte

29. November 2020

Nowell, nowell


Adventliche Carols des 15. Jahrhunderts

 

«Christmas Caroling» ist auch heute die englische Bezeichnung für das Singen in der Weihnachtszeit. Das war in der frühen Neuzeit nicht anders. Doch während man heute unter «Caroling» jenes feierliche Singen vornehmlich als eine weihnächtliche Begleitung versteht, wurden diese Liedblüten im England des 15. Jahrhunderts das ganze Jahr hindurch zu allen möglichen festlichen Anlässen aufgeführt: an religiösen Festtagen, politischen Events, kirchlichen Prozessionen und zu anderen Feierlichkeiten. Die englischen «Carols» waren meist nicht den ausgebildeten Musikern vorbehalten, was sich insbesondere in der Form des Mitsingens der «Burdens» (Refrains) zeigte. So laden wir die Zuhörer ein, eine Aufführungspraxis mitzufeiern, die die Menschen bereits vor 600 Jahren zusammengeführt hat.

 

Grace Newcombe – Gesang, Harfe, Clavisimbalum

Amy Farnell – Gesang, Glocken
Marc Lewon – Gesang, Plektrumlaute, Cetra, Viola d'arco
Rui Stähelin – Gesang, Plektrumlaute

Elizabeth Rumsey – Vielle, Viola d'arco

 

27. Dezember 2020 

Cantate!


Musik von Orlando di Lasso, zum Zuhören... und Mitsingen (mit Workshop)

 

Ein Gesangsquintett zelebriert weihnachtliche Musik des 16. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht das »Officium Natali Christi» des Münchner Hofkapellmeisters Orlando di Lasso. Das Programm wird mit adventlichen Motetten seiner Zeitgenossen Palestrina, Vittoria u.a. ergänzt. Wer möchte, ist eingeladen, am Vortag und am Tag des Konzertes an einem Workshop teilzunehmen, in dessen Rahmen es die besondere Möglichkeit gibt, diese Vokalpolyphonie aus der originalen Chorbuchnotation zu lesen. So werden einige Sätze im Konzert durch Vokalensemble und Publikum gemeinsam erklingen. Ob «nur» zum Zuhören oder auch zum Mitsingen: Herzliche Einladung zu diesem etwas anderen Weihnachtskonzert!


Informationen und Anmeldung zum Workshop: hello@rerenaissance.ch oder +41 79 7448548
 

Doron Schleifer, Rui Stähelin, Federico Sepulveda, Matthieu Romanens – Gesang
Ivo Haun – Gesang

 

Siehe auch Kolumne von Prof. Dr. Martin Kirnbauer

Vergangene Konzerte – Programmhefte PDF