Harfenparcours, St. Alban-Tal, Basel
wischen Winterluft und warmem Licht: eine Wanderung durch das St.-Alban-Quartier mit Soloharfenmusik an drei intimen, behaglichen Orten.
Die Renaissance ist eine Zeit bemerkenswerter Entwicklungen für die Harfenfamilie. Die Instrumente wurden grösser, ihr Klang entwickelte sich weiter, unter anderem durch den vermehrten Einsatz von Schnarrhaken, und es gab erste Versuche, eine vollchromatische Harfe zu entwickeln. Der «Harfenparcours» führt zu drei Interpretinnen und damit zu drei Klangwelten und Repertoires der Renaissanceharfe:
Claire Piganiol – Die gotische Schnarrhakenharfe mit Repertoire aus der walisischen Ap-Huw-Handschrift, einer der wenigen Quellen, die Spieltechniken und Repertoires ganz speziell für die spätmittelalterliche Harfe überliefert
Carolin Margraf – Die frühe Arpa doppia, also die zweireihige, chromatische Harfe mit Instrumentalmusik und Diminutionen aus einer polnischen Quelle des mittleren 16. Jahrhundert
Flora Papadopoulos – Die «Arpa doppia a tre ordini» mit höfischer Musik aus dem Königreich Neapel um 1600
3 Kleinkonzerte: Wählen Sie bitte einen der drei Startpunkte für Ihre Parcours-Route und treffen Sie dort bis 18:00 Uhr ein.
Eintritt frei – Kollekte
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Option: Ab 20:00 Uhr ein 3-Gang-Menü (CHF 65) im Gasthof zum Goldenen Sternen geniessen – der perfekte Ausklang des Abends. Reservation direkt beim Restaurant: https://www.sternen-basel.ch/ | Tel. 061 272 16 66 | info@sternen-basel.ch
Harfenistin von Jost Amman, aus: Der Ander Theil Deß neuwen Kunstbuchs […], Frankfurt am Main: Sigmund Feyerabend, 1580, fol. 37r © The Trustees of the British Museum
März 2025
Was ist ein Lautenparcours?
Ich bin dabei!
David Fallows
Übersetzung: Marc Lewon
Als ich Ende der 1970er Jahre mit meinen Kollegen daran arbeitete, das Chansonnier Cordiforme von Jean de Montchenu (c1475) komplett einzuspielen, war der grosse Aufreger jener Jahre die Veröffentlichung der Sammlung von Abbildungen zur Musikpraxis im 15. Jahrhundert, die Edmund Bowles in der Reihe Musikgeschichte in Bildern zusammengestellt hatte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Tony Rooley mich 1977 anrief, um mir mitzuteilen, dass das Buch angekommen sei und zwei wirklich unerwartete Überraschungen bereithalte: Erstens viele Trompeten und zweitens viele Harfen. Damals gehörte die Harfe noch nicht zur normalen Ensemblebesetzung im Bereich der Frühen Musik, aber wir zogen die richtige Schlussfolgerung und engagierten eine frisch diplomierte Harfenistin: Frances Kelly. Frances erzählte uns, dass das wirklich Interessante an Harfen im 15. Jahrhundert die Verwendung von Schnarrhaken war, um dem Klang mehr Fülle zu verleihen. Also liessen wir sie ihre Schnarrhaken verwenden …
… jedoch nur für ein einziges Stück (weil uns das Konzept noch völlig fremd war). Fünfzig Jahre später hat sich die Welt verändert. Jeder weiss heute über Schnarrhaken und tausend andere Details Bescheid, die dazu beigetragen haben, die Harfe zu einem der zentralen Instrumente der Frühe Musik-Szene zu machen. Die drei Mini-Konzerte mit verschiedenen Harfen im Februar im Rahmen des ReRenaissance-Konzerts werden trotzdem ein seltenes Vergnügen sein – und sie finden obendrein alle an bezaubernden Orten direkt am Rhein im St.-Alban-Quartier statt.
Barfüsserkirche, Historisches Museum Basel
Stadtkirche Liestal &
Barfüsserkirche Basel
Barfüsserkirche,
Historisches Museum Basel
Barfüsserkirche
Historisches Museum Basel
Sa Nydeggkirche, Bern
So Barfüsserkirche, HMB