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ReRenaissance

Jeden letzten Sonntag im Monat
eine Stunde Renaissancemusik 

aus/in der Barfüsserkirche, 

Historisches Museum Basel

Im Mai: mit TANZ

Sonntag 30. Mai 2021 Livestreams und Konzerte 17:15 und 19:15 CET

Misura, Memoria, Aiere, Mayniera

Guglielmo Ebreo (* um 1420): Das Erbe italienischer Tanzmeister

 

Vor rund 600 Jahren kam Guglielmo Ebreo in Pesaro zur Welt. Neben seinem Meister Domenico da Piacenza gilt er heute als einer der wichtigsten Tanzmeister des 15. Jahrhunderts. Seine Tanzkultur versteht die sichtbare Bewegung des Körpers als Seelenspiegel. Zur Ausübung dieser Kunst braucht es «Misura», die Konkordanz von Musik und Bewegung, «Memoria», die aufmerksame Beachtung und Verinnerlichung der Abfolgen, «Aiere», die Präsenz und Geschicklichkeit in der Ausführung, und «Mayniera», das kunstvolle Ausschmücken der Schritte. Von den Tanzmusikern wurde erwartet, dass sie zu den Schritt- und Bewegungsfolgen aus einer schlichten, vorgegebenen Grundmelodie ein Musikstück improvisieren, das die Tanzenden unterstützt und zugleich das Ohr erfreut.

Die Interpret*innen stützen sich auf die Quellen und Traktate dieser Zeit und schaffen stilsicher und grossteils improvisierend eine farbenreiche Neuinterpretation der Tänze und der Musik aus dem Zentrum der Renaissance Venedig/Mailand/Pesaro. Drei Musiker- und drei Tänzer*innen gestalten ein Programm, das die innere Anmut einer ganzen Epoche reflektiert. 

Martin Meier und Christian Tanner – Tanz 
Félix Verry – Fidel, Lira da bracchio
Silke Gwendolyn Schulze – Blockflöten, Einhandflöte & Trommel/Schlagbordun, Doucaine
Marc Lewon – Laute, Quinterne, Cetra; Co-Leitung
Véronique Daniels – Tanz; Leitung

Livestream: Oren Kirschenbaum

Anmeldung für die Vorortkonzerte bitte mit Namen, Adresse und Telefonnummer an:

hello@rerenaissance.ch oder +41 79 7448548

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25. April 2021 

Pren de bon cuer


Chansons für Traversflötenconsort

aus den Drucken von Pierre Attaingnant (1533)

Im Gepäck des Schweizer Theologen, Pädagogen und Lexikographen Johannes Fries gelangt 1536 eine kleine Kostbarkeit aus Paris nach Basel: eine Grifftabelle für die Traversflöte, persönlich von ihm notiert. Vielleicht hatte er das Instrument in Paris erlernt, vielleicht beherrschte er es aber auch schon vor seiner Reise nach Frankreich und hatte es bereits in seiner Schweizer Heimat gespielt. Auf jeden Fall aber muss er die Drucke des Parisers Pierre Attaignant gekannt haben, denn als Liebhaber und Kenner kann ihm nicht entgangen sein, dass Attaingnant seine Chansonsammlung von 1533 explizit für Block- und Querflöten vorgesehen hatte. Der delikate und ausdrucksstarke Klang des Traversoconsorts und die melancholischen Chansons seiner Zeitgenossen scheinen auf Fries einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ihn noch weit über seine Frankreichreise hinaus begleitet zu haben..

 

Johanna Bartz – Traversflöte; Leitung

Mara Winter & Tommaso Simonetta & Francesca Grilletto – Traversflöten

Rui Stähelin – Laute, Gesang | Marc Lewon – Organisation

Oren Kirschenbaum – Livestreaming

Videoblog von Mara Winter
Livestream 25. April Pren de bon cuer
Leitung Johanna Bartz
Teaser Pren de bon cuer

28. März 2021 «Odhecaton» Livestream (hier nachzuhören


 «Einhundert Lieder», die die Welt veränderten.

Sommer 1501: Während Basel gerade als elfter Kanton der Eidgenossenschaft beitritt, hat in Venedig bereits ein neues musikalisches Zeitalter begonnen. Unter dem Titel «Harmonice Musices Odhecaton», übersetzt «Einhundert Lieder harmonischer Musik», veröffentlicht Ottaviano Petrucci eine Sammlung mehrstimmiger Vokal- und Instrumentalmusik. Damit beginnt eine heimliche Revolution, denn Petrucci verwendet für sein Erstlingswerk eine neue Art des Notendrucks mit beweglichen Lettern. Fortan bestimmen neben Manuskripten also auch die leichter vervielfältigbaren Drucke die Überlieferungsgeschichte der Musik. Grund genug, eine Auswahl jener knapp einhundert «Lieder» von so bekannten Komponisten wie Josquin, Ockeghem und Obrecht zu präsentieren – Musik, die dank ihrer Zugänglichkeit zu den Hits ihrer Epoche zählt.

Tabea Schwartz – Blockflöte, Viola d'arco; Leitung

Doron Schleifer – Gesang

Ryosuke Sakamoto – Laute und Viola d'arco

Elizabeth Rumsey – Viola d'arco

 Artikel von Simon Bordier Baz 25. März 2021 
https://www.bazonline.ch/musik-zum-hoeren-und-pressen-294838362370

ReRenaissance


Der Name ist Programm:  Durch Basels jüngste Konzertreihe erlebt die Musik der Renaissance dieser Tage eine Art «Wiedergeburt». Seit Mitte des letzten Jahrhunderts spielt Basel in der Wiederentdeckung der Barockmusik international eine Vorreiterrolle. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit entwickelt sich in Basel eine weltweit führende Szene für die Musik der Renaissance. Mit den ReRenaissance-Konzerten gibt der gleichnamige Verein dieser einmaligen Szene eine Plattform und setzt damit einen wichtigen Baustein im Fundament zur «Musikstadt Basel».

Zink, Schalmei, Rebec, Clavisimbalum? Wenn sich die Programmankündigung liest wie die Beschreibung eines historischen Gemäldes, ist das typisch für ReRenaissance. Die rund 45 Musiker*innen, die im Laufe eines Jahres für die Reihe konzertieren, beherrschen diese aussergewöhnlichen Instrumente und erzählen in ihrem Gesang Geschichten in Sprachen alter Zeiten. Sie machen die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts, die in Manuskripten und Drucken überliefert ist, wiedererfahrbar. Die alte Notation muss häufig durch Rekonstruktion und Improvisation ergänzt werden. So entsteht ein inspiriertes Spannungsfeld aus Alt und Neu.
Jeden letzten Sonntag im Monat, 17:15 & 19:15

2021: Wir bauen unser Online-Angebot mit begleitenden Angeboten wie Videoblogs und Livestreams weiter aus! Hoffentlich aber auch bald wieder mit Publikum!

2021: Wieder erhalten Sie viele überraschende Einblicke in die Musik von 1400–1600 mit durchwegs neu entwickelten und speziell recherchierten Programmen.

2021: ReRenaissance würdigt den einflussreichen Komponisten Josquin Desprez (ca. 1459–1521) durch die Aufführung eines  seiner Werke in jedem der zwölf Konzerte.

 

Veranstaltungsreihe des Vereins ReRenaissance

Konzeption, musikalische Leitung und Durchführung:

Tabea Schwartz, Elizabeth Rumsey und Marc Lewon.

Entwicklung und Administration: Elisabeth Stähelin

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